Tennisarm / Golferarm / Epicondylitis

Die wenigsten Menschen, die an einem Tennis- oder Golferarm erkranken, haben jemals in ihrem Leben Tennis oder Golf gespielt. Der Name resultiert auch daher, dass man die Entstehung dieses Leidens ganz gut am Beispiel des ehrgeizigen Mannes in den sogenannten "besten Jahren" erklären kann. Der steht vor dem Spiegel und betrachtet die Wölbung seines Bauchansatzes. Nun kommt er zu dem Entschluss: "Ich muss was tun!" Das Wort MUSS ist das Problem. Er geht also nicht mit Spaß und Lockerheit zum Tennis. Er geht erst einmal das ganze Equipment kaufen. Und dann will er es wissen. Verkrampft und verspannt haut er drauf.

Ein Muskel braucht das Wechselspiel von Anspannung und Entlastung. Ist er zu lange angespannt und kommen dann noch Erschütterungen hinzu, fehlt z.B. die nächtliche Erholung, dann gibt es Schmerzen am Ansatz der Sehnen.
Ein guter Tennisspieler ist locker und spielt leicht. Zum Schlag spannt er die Muskeln nur kurz, dann aber sehr stark an, um sie nach dem Schlag wieder zu entspannen. Die Erschütterung, die die Sehnen in Schwingungen versetzt, ist heftig, dauert aber nur einen kurzen Moment. So, als schlägt man eine gespannte Saite eines Instrumentes an und dreht dann die Saite locker. Sie schwingt kurz und verstummt sofort, wenn die Spannung heraus ist. Spielt man verkrampft, dann schwingt die Saite/die Sehne lange nach. Das Prinzip des verkrampften Tennisspielers lässt sich auf viele andere Gebiete übertragen. (vom Bohrhammer bis zum Deutschaufsatz)

 
 

Ursachen und Entstehung

Ursache für eine Überlastung ist häufig psychischer Dysstress. Positiver Stress, also Eustress, wie man ihn hat, wenn man das entscheidende Tor beim Fußball schießen will, den Fisch seines Lebens an der Angel hat oder sich auf ein schönes Date vorbereitet, hält uns fit. Negativen Stress aber verarbeiten wir meist nachts. Man liegt mit angewinkelten Armen und geballten Fäusten, schläft und ist am Morgen doch nicht ausgeruht. Die Muskulatur ist in erhöhter Grundspannung, kann sich nicht ausreichend erholen.

 
 

zusätzliche Risikofaktoren

Eine Epicondylitis tritt sehr viel häufiger bei Menschen im mittleren Lebensalter als bei der übrigen Bevölkerung auf. Zu den Risikofaktoren dieser Erkrankung zählen Rauchen und körperliches Übergewicht. Dies ergab eine Studie des Musculoskeletal Centre, Finnish Institute of Occupational Health, Helsinki, Finnland, mit 4.783 Personen im Alter zwischen 30 und 64 Jahren, die in der Zeit zwischen 2000 und 2001 in Finnland lebten.
Die Untersuchungen und Berechnungen der Wissenschaftler ergaben, dass von diesen Personen 1,3 Prozent an einem Tennisarm erkrankten, den Golferarm bekamen 0,4 Prozent. Männer und Frauen waren insgesamt etwa gleich häufig betroffen. Besonders oft diagnostizierten die Forscher eine Epicondylitis in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen.
Weitere Analysen ergaben, dass Raucher, auch wenn der Nikotinkonsum schon länger zurücklag, ein erhöhtes Risiko für eine Epicondylitis hatten. Darüber hinaus war ein deutlicher Zusammenhang zwischen Übergewicht, eintönigen sich wiederholenden, gleichförmigen sowie kräftigen Armbewegungen zu erkennen.
Menschen, die sich sozial bedroht fühlen (Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust von Angehörigen, Existenzängste) haben ein besonders hohes Risiko, an einer Epicondylitis zu erkranken, fanden die Wissenschaftler.

 
 

Was sind die Symptome?

Im Anfangsstadium sind vorübergehende starke Schmerzen im Bereich des Ellenbogens typisch. Der Schmerzpunkt entspricht dem gemeinsamen Ansatz der drei Muskeln M. extensor carpi ulnaris, M. extensor carpiradialis brevis und M. extensor digitorum communis, manchmal auch dem Ansatz des M. carpi radialis longus.

Später nimmt die Dauer und Intensität zu. Die Leistungsfähigkeit im Arbeitsprozess nimmt ab. Die Schmerzen manifestieren sich auch im Ruhezustand. Greifbewegungen (Umfassen eines Glases, Auswringen eines Lappens, Schraubbewegungen sind letztendlich nur noch unter Schmerzen möglich. Teilrupturen der Sehnen und starke Funktionseinschränkungen sind im Endstadium zu beklagen.

 
 

Wie kann man behandeln?

Wichtig ist zunächst die Feststellung der Diagnose. Dazu sollte eine Vorstellung beim Arzt erfolgen. Dieser kann andere Erkrankungen ausschließen und die Epikondylitistypen voneinander abgrenzen.

Das Grundprinzip der Behandlung fußt auf einer Anregung des Stoffwechsels und Entlastung, um die Regeneration des erkrankten Muskelursprunges zu ermöglichen.

Die wie eine gespannte Saite eines Musikinstrumentes überspannte Sehne sollte gelockert werden. (Kompressions- und Friktionsmassage). Ein Gitarrist legt die Hand auf seine Saiten, wenn er die Schwingungen dämpfen will. So in dieser Art kann ein Patient eine Bandage über die Muskulatur ziehen. Die Silikonpelotte liegt auf dem Muskel und dämpft die Schwingungen wie die Hand des Gitarristen. Die Entzündung wird durch Kühlung und entzündungshemmende Medikamente, manchmal auch durch eine Entzündungsbestrahlung gelindert.
Nur sehr sehr wenige Patienten lassen sich mit diesen Maßnahmen nicht ausreichend behandeln. Als letzte Therapieoption steht die Operation nach Hohmann. Das können wir aber oftmals vermeiden.

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