Information und Empfehlung zu Impfungen

Impfinformationen für Einschüler, Schüler und Erwachsene.

Quelle: Journal der KVMV 20. Jahrgang Nr. 231 Dezember 2011 Seite 13,
Auszug aus einem Artikel von Prof. Dr. med. Christel Hülße, stellv. Vorsitzende des Präventionsausschusses der Ärztekammer M-V

 
 

Impfungen im Erwachsenenalter

Pertussis-Erkrankungen treten zunehmend mehr im Erwachsenenalter auf. Im letzten Jahr wurden 75 Prozent der gemeldeten Erkrankungen bei Personen nach dem 15. Lebensjahr gemeldet, das Durchschnittsalter der Erkrankten lag bei 42 Jahren.

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt daher, die nächste fällige Tetanus-/Diphtherie-Impfung – die alle 10 Jahre zu wiederholen ist – einmalig mit einem Tetanus-, Diphtherie-, Pertussis-Impfstoff (Tdap) vorzunehmen.

Außerdem sollen alle Frauen im gebärfähigen Alter alle 10 Jahre gegen Pertussis geimpft werden.
Zu beachten ist auch, dass Neugeborene ohne Pertussis-Nestschutz zur Welt kommen und sofort von ihrer Umgebung angesteckt werden und lebensbedrohlich erkranken können.
Daher wird allen engen Kontaktpersonen zu Neugeborenen
und Säuglingen empfohlen, sich gegen Pertussis impfen zu lassen – möglichst vier Wochen vor Geburt des Kindes („Kokonstrategie“).

Welche Impfungen sind wichtig?Zu überprüfen ist auch, ob statt des Tdap-Impfstoff die Indikation für einen Vierfach-Impfstoff, der zusätzlich noch die Polio-Komponente enthält (Tdap-IPV-Impfstoff), gegeben ist. Für einen lang anhaltenden und belastbaren Impfschutz gegen Poliomyelitis sollte jeder Erwachsene nach internationaler Einschätzung über eine Grundimmunisierung und eine Auffrischimpfung verfügen.

Wiederimpfungen werden in 10-jährigen Abständen nur bei bestimmten Risikogruppen empfohlen (z.B. für Reisende nach Asien und Afrika).
Masern-Erkrankungen werden derzeit in vielen europäischen Ländern wieder beobachtet. Um die Masern in Deutschland zu eliminieren, müssten weniger als 85 Erkrankungen/Jahr auftreten. Mit Stand vom 9. November 2011 wurden jedoch schon 1.575 Erkrankungen beobachtet, davon drei auch in M-V. Mit einer Verschiebung der Erkrankungen in das Erwachsenenalter – 41 Prozent traten nach dem 15. Lebensjahr auf – sind häufig höhere Komplikationsraten verbunden.

Die STIKO empfiehlt jetzt die Impfung für alle nach 1970 geborenen Personen, die 18 Jahre und älter sind und in der Kindheit nur eine Impfung erhielten bzw. ungeimpft sind oder einen unklaren Impfstatus besitzen (vorzugsweise MMR-Impfstoff anwenden).

Seit 2010 gilt auch die Empfehlung, dass alle Frauen im gebärfähigen Alter über zwei dokumentierte Röteln-Impfungen verfügen sollten, die bei bisher ungeimpften Frauen im Abstand von mindestens vier Wochen durchzuführen sind (erste Impfung mit MMR-Impfstoff). Serologische Vor- und Nachkontrollen können damit entfallen.

Nach wie vor gilt noch die STIKO-Empfehlung, bei Frauen mit Kinderwunsch die Varizellen-Antikörper zu bestimmen und bei negativem serologischem Befund die zweimalige Varizellen-Impfung im Mindestabstand von vier Wochen vorzunehmen.

Bei Senioren ist nach dem 60. Lebensjahr an den Impfschutz gegen Influenza und Pneumokokken zu denken.

Alle genannten Schutzimpfungen werden von den Krankenkassen finanziert.


Schüler der 8. Klasse

Der Impfkalender sieht eine Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 17 Jahren gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis vor (Tdap-IPV-Impfstoff), die jedoch zum Zeitpunkt der Untersuchung nur ca. die Hälfte der Schüler erhalten haben.

Bei den beiden MMR–Impfungen konnten Impfraten von 99 bzw. 95 Prozent erzielt werden. Damit wurde das WHO-Ziel für Europa, welches zur Elimination der Masern zweimalige Durchimpfungsraten von über 95 Prozent bis 2015 vorsieht, bereits erreicht.

Die J1-Untersuchung, die bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren vorgenommen wird, sollte verstärkt genutzt werden, um den Impfstatus zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen. Das gilt auch für die Hepatitis B-Impfung (Impfrate 91 Prozent), für die Meningokokken Typ C-Impfung (59 Prozent) und besonders für die HPV-Impfung.
Nur 19 Prozent der untersuchten Mädchen hatten die dreimalige HPV-Impfung erhalten, die die STIKO für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfiehlt.


Einschüler

Während die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae b (Hib), Polio und Hepatitis B im 1. und 2. Lebensjahr bei über 95 Prozent der Kinder orgenommen wurde, fand die Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 Jahren gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis mit einem Tdap-Impfstoff zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung nur bei 39 Prozent der Kinder statt.
Erfreulich hoch sind die Impfraten bei den beiden Masern-, Mumps- und Rötelnschutzimpfungen (MMR), die bei über 95 Prozent der Kinder festgestellt wurden, und bei der Meningokokken C-Impfung (85 Prozent).

Erst seit 2006 empfiehlt die STIKO die einmalige MenCImpfung als Standardimpfung für alle Kinder im 2. Lebensjahr sowie als Nachholimpfung für alle ungeimpften Kinder bis zum Ende des 18. Lebensjahres.

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